SLS 9A33BM2

Zusammenwirken der Systeme beim Schießen mit OSA-AK und die Arbeitsplätze der Besatzung in der SLS

Start einer 9M33bei einem Nachtschießen. Foto:  WAR ONLINE SAM (Brazil) 

Die Besatzung einer 9A33 der NVA bestand aus einem Kommandanten (Berufsoffizier oder OAZ), dem stellvertretenden Kommandanten (Berufsunteroffizier), den Oberfunkorter (UAZ) und dem Funkorter (Soldat im GWD) sowie dem Fahrer (UAZ). Der Zugführer eines Fla-Raketenzuges war zugleich Kommandant der Zugführermaschine.

Natürlich kann ich hier den Ablaufs eines Schießens mit OSA-AK nicht detailliert beschreiben und mich nur aus die aus meiner Sicht wesentlichsten Punkte konzentrieren.

1. Aufklärung des Luftziels und Zielzuweisung

Mit der Aufklärungsstation ("SOZ") können mit der SLS völlig autonom Ziele aufgeklärt und zugewiesen werden. Hauptmethode war jedoch die zentralisierte Feuerleitung. Der Kommandant der SLS erhält die Zielzuweisung per Funk vom Pu-12M. Dabei werden Seitenwinkel und Entfernung des Luftziels zugewiesen. Voraussetzung für die korrekte Umsetzung der Zielzuweisung, ist das ordnungsgemäße Eingerichten der SLS mit der Vermessungseinrichtung (TNA-3). Durch den Oberfunkorter wird am Rundsichtgerät (RSG) das Ziel geortet und die Kennungsabfrage durchgeführt. Die Anzeige des Rundsichtgeräts lässt sich für die Entfernungsbereiche 0 bis 15km, 0 bis 30 km und 10 bis 45 km umschalten. Außerdem wird zum Auffassen des Ziels nach dem Höhenwinkel per Taster zwischen 3 Höhenzonen umgeschaltet. (I = 0° bis 4°;  II= 4° bis 8°  und III = 8° bis 28°) Zur Zuweisung an das Funkmessgerät "Ziel" ("SSZ") wird das Zielzeichen auf dem RSG nach Seitenwinkel und Entfernung mit Hilfe von Handrädern abgedeckt und dem Funkorter am Entfernungssichtgerät zugewiesen. Die Zielzuweisung nach dem Höhenwinkel erfolgt mit Hilfe des Höhensichtgeräts. Die Zielerfassung kann sowohl am Pult des Funkorters als auch am Pult des stellvertretenden Kommandanten erfolgen. (Taster "TSZ") 

Links Rundsichtgerät (Arbeitsplatz des Oberfunkorters) und Rechts das Entfernungssichtgerät der 9A33 (Arbeitsplatz des Funkorters) (Fotos: R. Wagner) 

 2. Zielbegleitung

Nach Erfassen des Ziels mit dem Funkmeßgerät „Ziel“ (FMGZ/ Leitstation) (Regime automatische Zielbegleitung (TSZ) gelangt das Zielsignal an das System zur Selektion des Fehlersignals. Dort wird das Fehlersignal für die Begleitung der Winkelkoordinaten ausgesondert und an das Antennensteuersystem weitergeleitet, wo die Trennung- nach Höhen und Seitenwinkel erfolgt. Vom Startsystem wird in Abhängigkeit der Zielparameter die Start- und Vernichtungszone definiert.

Über das Folgesystem zur Steuerung des FMG"Z" richten die Antriebe die Antenne nach Höhen- und Seitenwinkel. Außerdem gehen die Winkelsignale an das Rechengerät, zur Schaltung zur Formierung der Lenkkommandos.

Die Antenne des Funkmeßgeräts Rakete wird auf 22,8°, dem maximalen Startwinkel, fixiert. Sekunden vor Eintritt in die durch das Startsystem definierte Startzone wird das Signal „Wnimanije“ erzeugt und damit die Funkkommandosender automatisch eingeschalten. Außerdem werden zwei Raketen selbständig in die Startvorbereitung überführt. Durch das Startsystem werden jeweils von links und rechts zunächst die äußeren Raketen ausgewählt. 

 

3. Start und Zielvernichtung

Wenn das Ziel die berechnete Startzone erreicht, wird das Signal „Ziel in der Zone“ erzeugt. Damit werden die ausgewählten Raketen in das Vorbereitungsregime überführt (Anlassen des Kreisels, Zuschaltung Stromversorgung). 

Nach 13 Sekunden wird das Signal Startbereitschaft („Pusk Gotow“) an das Rechengerät abgegeben. Der Kommandant kann jetzt starten. Im übrigen verfügt auch die 9A33 über das traditionelle russische Startschloss.

Der gelenkte Flug der Rakete erfolgt Mittels Funkkommandolenkung nach der Dreipunkt-Methode in 3 Regimes.

Rechts: Start einer 9M33 auf dem NAMFI - Ausbildungsgelände auf Kreta. Foto: NAMFI   

links: Startpult des stv. Kommandanten der 9A33. Die Startbereitschaft (breite Leuchte über dem Voltmeter wird angezeigt. Über dem Startschloss der Drehschalter zum Auswahl der Rakete. Damit kann bei Notwendigkeit eine andere Rakete, als nach Systematik des Startsystems, in die Vorbereitung überführt werden. Unten rechts Handrad zur Richtung der Antennen des Funkmessgeräts Ziel nach dem Höhenwinkel für die Zielzuweisung.

rechts: über dem Startpult befindet sich die Anzeige des Fernsehvisiers  und das Höhensichtgerät (Fotos: R. Wagner)

Regime „Breiter Strahl- Auffassen“ etwa 0,8 s nach dem Start, die Rakete hat zu diesem Zeitpunkt eine Entfernung von ca.60 m erreicht, erfolgt das Erfassen der Rakete durch das FMG"Ra" nach den Winkelkoordinaten. Unmittelbar darauf, in einer Entfernung von 150m wird die Rakete nach der Entfernung erfasst. Nach dem Erfassen werden die Lenksignale vom Funkkommandosender an die Rakete abgegeben. Es erfolgt die Umschaltung zum->

Regime "Mittlerer Strahl- Heranführen" In diesem Regime wird die Rakete an die berechnete Idealflugbahn herangeführt. Wenn die Winkelabweichung weniger als 12m und die Abweichung der Winkelgeschwindigkeiten geringer als 12m/s sind, erarbeitet das Rechengerät das Kommando "Leitung" "Nawedenije". Damit beginnt die Leitung im->

Regime "Schmaler Strahl - Leiten" Die Winkelabweichung beträgt nach dem Seitenwinkel 00-06 und dem Höhenwinkel 00-04. Bei einer Entfernung von 120m zwischen Rakete und Ziel erzeugt der Rechner das Kommando K3 zum Einschalten des Funkzünders. Der Funkzünder reagiert bei einer Entfernung von ca. 15m zum Ziel durch den Empfang von 7 Zielimpulsen.

Ralf Wagner, 2005