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6. Fla-Rakete 9K37-Aufbau
Mit
dem Fla-Raketenkomplex 9K35 können folgende Fla-Raketen verschossen
werden 9M31M (FRK 9K31), 9M37 und 9M333.
Die Fla-Rakete 9M37 ist in Entenbauweise
ausgeführt und besteht aus folgenden Hauptbaugruppen:
-
Zelle
1 mit Zielsuchlenkkopf (ZSLK)
- (1)
-
Zelle
2 mit Autopilot (2), außen
angebrachten Rudern (2) und Aufschlagzünder
-
Zelle
3 mit Gefechtsteil (4),
Stromversorgungsblock sowie Sicherungs- und Zündeinrichtung (3)
-
Zelle
4 mit Annäherungszünder (5)
-
Zelle
5 mit Triebwerksblock (6),
Stabilisierungsflügel (7), Querruder (10)
sowie Block zur Stabilisierung des Querneigungswinkels (8)
Die
in Klammern gesetzten Ziffern beziehen sich auf die folgende
Zeichnung (Handbuch Fla-Einheiten)

Die
Zellen sind mechanisch und elektrisch miteinander verbunden. Die
Rakete befindet sich in einem Start- und Transportcontainer. Dieser
gewährleistet die staub- und spritzwassergeschützte Unterbringung
der Rakete und ihren Schutz vor mechanischen Beschädigungen.
Zugleich erfüllt er die Funktion einer Startschiene beim Start der
Rakete. Er gewährleistet die feste Lage der Rakete vor dem Start
sowie die elektrische und mechanische Verbindung der Rakete mit dem
Gefechtsfahrzeug. Im Container befinden sich der Pulvergasgenerator
und Teile des Kühlsystems des ZSLK.
Zielsuchlenkkopf
(ZSLK)
Der
ZSLK dient zum Auffassen des Ziels, zur automatischen Zielbegleitung
und zur Eingabe von Lenksignalen proportional zur
Winkelgeschwindigkeit der Visierlinie Rakete-Ziel und
zum Peilwinkel in den Autopiloten. Er
besteht aus folgenden Baugruppen:
-
System
für automatische Zielbegleitung (Optik. Elektronik, Kreisel mit
Korrekturwicklungen)
-
elektrisches
Arretiersystem
-
Koordinatenwandler
"Winkelgeschwindigkeit der Visierlinie"
-
Koordinatenwandler
"Peilwinkel"
-
Beschleunigungs-
und Stabilisierungsschaltung
-
Kühlsystem
des Fotoempfängers der InfraRot-Kanals
Der
ZSLK verfügt über zwei Kanäle zum Auffassen und Begleiten des
Ziels:
1.)
Infrarot-Kanal (Formierung des
Zielsignals durch Auswertung der Wärmestrahlung
des Ziels)
2.)
Fotokontrast-Kanal
(Formierung des Zielsignals durch Auswertung des Kontrastes
des Ziels zum Hintergrund)
Zur
Verbesserung der Empfindlichkeit des Infrarotkanals kann der ZSLK
maximal zwei Mal mittels Flüssigstickstoff gekühlt werden.
Autopilot
Der
Autopilot ist Bestandteil des geschlossenen Lenkkreises der Rakete
und dient der Umwandlung der Lenksignale vom ZSLK in die
entsprechenden Ruderausschläge.
Er
besteht aus:
Der
Autopilot steuert den Flug der Rakete, filtert die Lenksignale aus,
teilt und verstärkt sie bis zur für die Elektromotoren der
Rudermaschinen erforderlichen Leistung.
Gefechtsteil
Der
Gefechtsteil dient zur Bekämpfung des Luftzieles durch
Splittersprengwirkung.
Neben der
der
Gefechtsladung gehören zum Gefechtsteil die Sicherungs-
und Zündeinrichtung und der Stromversorgungsblock.
Beim
Anliegen eines Signals vom Aufschlags- oder Annäherungszünders
spricht der Elektrodetonator der Sicherungs- und Zündeinrichtung
an. Seine Übertragungsladung bewirkt das Zünden des Detonators und
der Gefechtsladung. Durch die Anordnung der Gefechtsladung und
anderer konstruktiver Maßnahmen (Nagel- und Splittergürtel)
entstehen bei der Detonation Splitter und eine Druckwelle mit
Hohlladungswirkung zur Bekämpfung des Ziels.
Annäherungszünder
Der
Annäherungszünder hat die Aufgabe, das Ziel beim Vorbeiflug der
Rakete innerhalb der Ansprechentfernung aufzufassen und ein
elektrisches Signal zum Zündstromkreis des Gefechtsteils zu übertragen.
Er besteht aus den zwei funktionell getrennten Systemen Sendeblock
und Empfangsblock.
Die
Arbeitsweise beruht auf der Reflexion des Lichts vom Ziel. Der
Lichtblitz wird im Sendesystem formiert und über ein Linsensystem
auf das Ziel übertragen. Wenn die Entfernung zum Ziel der
Reichweite des Annäherungszünders entspricht, liegt der
reflektierte Lichtimpuls im Sichtbereich des Empfängers.Der Empfänger
erarbeitet ein Signal zum Zünden des Gefechtsteils.Zum Schutz vor
Störungen wird eine räumliche und zeitliche sowie eine Amplituden-
und Spektralselektion angewendet.
Triebwerkblock
Der
Triebwerkblock besteht aus einem 2stufigen
Einkammer-Feststofftriebwerk mit konstantem kritischen Düsenquerschnitt.
Die
erste Stufe des Triebwerks beschleunigt die Rakete auf die
Marschgeschwindigkeit, die durch die zweite Stufe aufrecht erhalten
wird. Die Stabilisierungsflügel erzeugen zusammen mit dem Raketenkörper
den Auftrieb und stabilisieren die Rakete im Flug. Die
Winkelgeschwindigkeit der Drehung der Rakete wird durch die
Querruder des Blocks zur Stabilisierung des Querneigungswinkels
begrenzt.
Taktisch-technische
Angaben zur Fla-Rakete
| Startmasse
| 39,2 kg |
| Masse mit Container
| 70 kg |
| Masse mit
Transportkiste
| 110 kg |
| Masse des Gefechtsteils
| 3 kg |
| Sprengstoffmasse
| 1 kg |
| Länge der Rakete
| 2,19 m |
| Kaliber
| 120 mm |
| mittlere
Fluggeschwindigkeit
| 550 m/s |
| Zeit des gelenkten
Fluges
| 14s |
| Verbotssektor
gegenüber der Sonne
| +/-20° |
| Selbstzerlegung
| keine,
nach 16s unscharf |
| Lenkmethode
| proportionale
Annäherung |
| Lenksystem
| Zweikanal-Zielsuchlenkung |
| Arbeitsverfahren
ZSLK
| passiv-optisch/IR |
Auszüge
aus Handbuch für Fla-Einheiten, Ralf
Weyda, Ralf
Wagner, April 2006
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