Lockheed F-104G "Starfighter"

Die Maschine der Superlative der Bundesluftwaffe. Von vielen Piloten begeistert geflogen wurde der Starfighter zugleich wegen der hohen Absturzrate (292 Maschinen abgestürzt, 108 Tote) mit dem Beinahmen "Witwenmacher versehen". Über den militärischen Wert der F-104 als Jagdflugzeug gehen die Meinungen ebenfalls auseinander. Sie besaß eine sehr gute Steiggeschwindigkeit und hohe Fluggeschwindigkeit sowie ein für diese Zeit leistungsfähiges Radar, war aber nicht für den Manöverluftkampf gebaut. 

In Vietnam wurden sie in wenigen Einsätzen durch die USAF zurückgezogen und in der einzigen militärischen Auseinandersetzung gegen ihren vermeintlichen Hauptgegner (Pakistan-Indien), die Mig-21 zog sie in zwei Luftkämpfen den kürzeren. Auch als Aufklärer wurde der Starfighter eher als befriedigend eingeschätzt. Deshalb wurde er in beiden Rollen bereits Anfang bis Mitte der 70-er durch die F-4F bzw. die RF-4F ersetzt. 

Deutlich erfolgreicher war der Starfighter bei der Bundesluftwaffe als Jagdbomber. Er wurde u.a. auch deshalb beschafft, weil für die Umsetzung der NATO Doktrin der massiven Vergeltung "Strike-Fighter" mit atomarer Bewaffnung benötigt wurden. Der Starfighter war in der Lage die thermo nukleare B-43 Bombe (1MT) einzusetzen. Die Verfügungsgewalt über diese Waffe lag beim Präsidenten der USA. Unabhängig davon konnte der Starfighter ein sehr großes Waffenspektrum einsetzen und erreichte sehr hohe Tieffluggeschwindigkeiten.

Anfang der 80-er wurden die Maschinen der Bundesluftwaffe  mit Selbstschutzanlagen AN/ALE-40(N) ausgerüstet, die sowohl Düppel als auch IR-Kartuschen ausstoßen konnten.

Insgesamt erhielt die Bundesluftwaffe 916 "Starfighter" der Versionen RF-104G, F-104G und TF-104G, die in folgenden Geschwadern eingesetzt waren:

Einheit Fliegerhorst von bis Ersetzt durch
AG 51 Bremgarten 1963-1971 RF-4F
AG 52 Leck 1964-1972 RF-4F
JaboG 31 Nörvenich 1961-1982 Tornado
JaboG 32 Lagerlechfeld 1964-1984 Tornado
JaboG 33 Büchel 1962-1985 Tornado
JaboG 34 Memmingerberg 1964-1987 Tornado
JaboG 36 Rheine-Hopsten 1965-1974 F-4F
JG 71 Wittmundhafen 1963-1974 F-4F
JG 74 Neuburg/ Donau 1964-1974 F-4F
MFG 1 Jagel 1963-1981 Tornado
MFG 2 Eggebeck 1966-1986 Tornado
WS 10 Nörvenich/Jever 1960-1983 Tornado

1984 wurde in Erding ein F-104 Kommando als Operative Einsatzreserve gebildet, dass noch ein einige F-104G bis 1988 im Bestand behielt. Nach der Außerdienststellung wurden 201 Maschinen als Verteidigungshilfe an die Türkei, 81 an Griechenland, 66 via USAF an Taiwan, 6 TF-104G an Italien und drei an die NASA. der Rest wurde zur Ersatzteilgewinnung aufgebraucht, für die Ausbildung von Instandsetzern verwendet oder verschrottet. Der letzte Flug eines deutschen Starfighters fand am 22.5.1991 bei der WRD-61 statt (98+04 ex 26+60 Olt Ewert)   

Verschiedene F-104 Versionen habe ich bisher im Luftwaffenmuseum Berlin-Gatow, Flugplatz-Museum in Merseburg und auf der ILA 1996 "vor die Linse bekommen" 

  

21+56 ex JaboG 34 1998 Flugplatzmuseum Merseburg

 

21+56  2004 in Merseburg (Foto: Ralf Wagner)

F-104G 24+54 ebenfalls in Merseburg, 2003 neben einer MiG-21 (Foto: Ralf Wagner)

F-104G 26+51 neben einer MiG-21F13 der ehem. NVA in Berlin-Gatow 1999
 (Foto: Ralf Wagner)

DB-127, ehemals JaboG 32 wurde mit speziellen Booster für den Null-start erprobt. Die ausgestellte Maschine trägt unter dem Rumpf eine Attrappe einer B-43 Kernwaffe  (Foto: Ralf Wagner)

Berlin Gatow 2004: In der Halle wird die 20+37 ex JaboG-36 ohne Lackierung präsentiert 
(Foto: Ralf Wagner) 

TF-104 G Starfighter 27+90 1999 in Berlin Gatow (Foto: Ralf Wagner)

TF-104G 27+90 1996 auf der ILA in Berlin (Foto: Ralf Wagner)

TF-104G 29+03 Flugwerft Oberschleißheim 2006 (Foto: Ralf Wagner)

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