Gedenkstätte/Museum Seelower Höhen

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Gedenkstätte/ Museum Seelower Höhen

Am 12. März 2005 besuchte ich mit einigen Freunden aus dem NVA Forum die Gedenkstätte und das Museum auf den Seelower Höhen. Dazu ein leicht gekürzter Beitrag zu diesem Treffen von Jörg aus dem NVA-Forum:

60. Jahrestag der Schlacht um die Seelower Höhen

Lange durch Ritchi geplant und aufs beste vorbereitet, unter Teilnahme von über 40 ehemaligen Soldaten der NVA unterschiedlichsten Alters, Waffengattung und „Gewichtsklassen“ sowie drei hochrangiger Ehrengäste, trafen wir uns am vergangenen Wochenende (12. März 2005), anlässlich des 60. Jahrestages der Wiederkehr der Schlacht um die „Seelower Höhen“.

Hier wurde durch die Rote Armee vom 16. – 19. März 1945 die letzte große Schlacht zur Vernichtung der faschistischen Diktatur in Deutschland eingeleitet - die Berliner Operation.

Diese Schlacht wurde geschlagen durch die 1. Belorussische Front unter Marschall
G.K. Shukow, direkt aus den Brückenköpfen an der Oder heraus über die „Seelower Höhen“ auf das Zentrum des damaligen „1000 jährigen Reiches“, auf Berlin.

Es war eine blutige Schlacht, in der 33.000 sowjetische Soldaten und 5.000 polnische Soldaten ihr Leben für die Befreiung vom bis dahin barbarischsten Joch der Menschheit ließen. Aber auch 12.000 deutsche Soldaten wurden hier völlig sinnlos, denn der Krieg war bereits verloren, durch die Führer des faschistischen Regimes geopfert.

Wir trafen uns bei Schneesturm vor der Gedenkstätte und es ging erst mal ein großes „Hallo“ und „ ... ach, der bist Du!“ durch die Reihen der Ankommenden. Viele von uns hatten sich ja noch nie gesehen aber es gab auch schon viele Männer, die sich von vorherigen, gemeinsamen Veranstaltungen kannten.

Besonders haben wir uns gefreut, dass an diesem Tage der ehemalige Minister für Nationale Verteidigung, Armeegeneral a.D. Heinz Keßler, dessen Stellvertreter und Chef des Hauptstabes der NVA, Generaloberst a.D. Fritz Streletz sowie der Kundschafter der HVA, der für die DDR im NATO-HQ für die DDR tätig war, Rainer Rupp, unsere Gäste waren.

Durch den Leiter der Seelower Einrichtung wurde uns in einem Vortrag mit Media - Show nochmals die Lage der Seelower Höhen, die sich seinerzeit gegenüberliegenden Kräfte und Mittel, sowie der wesentliche Ablauf der Operation nahe gebracht.

Nachdem wir am Denkmal für die sowjetischen und polnischen Soldaten ein Gebinde niedergelegt haben und eine Minute des schweigenden Gedenkens absolvierten, wurden wir an Hand eines Reliefs auf einem Feldherrenhügel in die Lage eingewiesen und sahen uns im Anschluss einen Diavortrag an.
Ich möchte aus meiner Sicht noch hinzufügen, dass wir auch der deutschen Soldaten gedachten, die in dieser Schlacht sinnlos verheizt wurden. 

Nur ist eben das Denkmal noch nicht so weit vorbereitet, dass man dieser Männer, die oftmals aus Alarmeinheiten, wild zusammen gewürfelt und mit teilweise schlechter Ausrüstung, in die Schlacht geschickt wurden, ehren kann. Was diese Soldaten hatten, war der Mut der Verzweifelung wohl wissend, dass die stark befestigten Seelower Höhen das letzte Hindernis vor den Toren Berlins ist. Und die faschistische Propaganda, die diesen Männer über Jahre eingeträufelt wurde, tat ein übriges. Auch auf deutscher Seite wurde hart und verbissen gekämpft. Nur eben für eine falsche Sache, für eine verbrecherische Clique.
Für Sie galt der absolute Durchhaltebefehl den sehr, sehr viele Soldaten auf beiden Seiten mit dem Leben bezahlen mussten.

Eine Autokolonne von ansehnlichem Ausmaß bewegte sich dann, unter Führung von Ritchi wie ein „Lindwurm“ zu den Brückenköpfen an der Oder. Entgegenkommende Fahrzeugführer, verloren fast den Glauben als ihnen die Kolonne entgegen kam, in ihren sonst eher verschlafenen Orten.
Kurzer Blick in die Runde um zu erfassen, dass die Verteidiger der Seelower Höhen einen taktischen Vorteil besaßen, der seines gleichen sucht. „Brettl eben“ die Oderniederungen bis zu den steil ansteigenden Bergen der Seelower Höhen. Die deutschen 8,8 cm Flakgeschütze, in gut ausgebauten Stellungen konnten reichhaltig ihr blutiges Geschäft erledigen. Das Gelände für die Angreifer war sumpfig, ohne Deckung und weit, sehr weit, so das der Gegner die Möglichkeit hatte aus gut ausgebauten Stellungen lange und ausgiebig zu zielen und zu feuern. Die 143, durch die bei Nacht angreifenden Truppen, eingesetzten Flakscheinwerfer kehrten sich gegen die Angreifer, denn das Licht durchdrang nicht den Staub und Dreck der durch Granaten und Panzerketten aufgewühlt wurde und machte so die angreifenden Truppen gut sichtbar verbarg aber die deutschen Verteidiger. Auch das die dem Angriff voraus gehende Artillerievorbereitung nicht den Erfolg erzielte, der erwartet wurde, lag daran, dass die Truppen des General Henricci zur Zeit der Arivorbereitung ihre Stellungen verlassen hatten und erst nach dem Feuer der Artillerie wieder besetzten. So waren die teilweise zerstörten, deutschen Gräben an den Vorderhängen der „Seelower Höhen“ gut besetzt und die sowjetischen Soldaten rannten zu Hauf in den Tod für die Befreiung. Fragen darüber, warum denn die Seelower Höhen nicht umgangen wurden, sind vom Laien berechtigt, da ja die 2. Belorussische Front, unter Marschall Konew, den Angriff im Süden von Berlin mit weniger Verlusten vortragen konnte. Wir, als Soldaten aber wissen, dass ein Marschall Shukow hier auf Befehl aus Moskau handelte. Er hatte eine Zeitvorgabe. Er musste bis zum 21. April (Geburtstag von Lenin) Berlin erreichen. So blieb ihm nur der kürzeste, der gerade Weg, über die Seelower Höhen um Berlin bis zum befohlenen Termin zu erreichen.........

.............In Rückbetrachtung dieses Tages möchte ich sagen, „...rund um gelungen!“
Ritchi, das hast Du ganz fein gemacht. Vielen Dank dafür.

Gruß Jörg

Fotos: Ralf Wagner, März 2005

Blick von den Seelower Höhen Am Ufer der Oder