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9A35 in
Gefechtslage Foto: Ralf Wagner, Mai 2004 |
1.
Einsatz in der NVA und in der 11. MSD Der
FRK kleiner Reichweite 9K35M (NATO-Code SA-13 "GOPHER")
dient zur unmittelbaren Deckung der Truppen in den jeweiligen
Gefechtsarten und auf dem Marsch vor tieffliegenden Flugzeugen und
Hubschraubern der taktischen und Heeresfliegerkräfte sowie zur Bekämpfung
von Flügelraketen.
In die NVA wurde er erstmals 1983 im PR-8 eingeführt und am
07.10.1984 auf der Parade in Berlin gezeigt. Dabei handelte es sich
um eine sogenannte Vorablieferung, da die ursprünglich bestellten
9P31 durch die UdSSR nicht fristgerecht lieferbar waren. Im
Jahr 1986 erfolgte die Einführung in die 7.PD danach in der 9.PD
sowie der 8. und 11. MSD. Bis 1990 wurden 9K35 noch dem MSR-18
zugeführt. Verbunden
mit der Einführung dieses Systems
war die Umstrukturierung der bisherigen Fla-Sfl- Batterien zu Fla-Raketenartilleriebatterien
mit jeweils einer 9A35, drei 9A35 und vier Fla-Sfl 23-4. Die
nach Auflösung von 6 Panzerregimentern freigewordenen
Fla-Raketenkomplexe (drei dieser PR waren bereits mit dem 9K35
ausgerüstet) wurden an MSR der 8.MSD und der 11. MSD übergeben.
(In der nachfolgenden Tabelle mit * gekennzeichnet)
| Truppenteil |
Atandort |
Anzahl |
Bemerkungen |
| PR-8
(8.MSD) |
Goldberg |
4 (-4)* |
1989
aufgelöst, Übergabe an MSR-27 |
| MSR-27
(8.MSD) |
Sternbuchholz |
4* |
Übernahme
vom PR-8 |
| MSR-29
(8.MSD) |
Hagenow |
4* |
Übernahme
vom PR-23 |
| PR-21
(9.PD) |
Spechtberg |
4 |
. |
| PR-22
(9.PD) |
Spechtberg |
4 |
. |
| PR-23
(9.PD) |
Stallberg |
4 (-4)* |
1989
aufgelöst, Übergabe an MSR-29 |
| MSR-9
(9.PD) |
Droegeheide |
4 |
. |
| PR-14
(7.PD) |
Spremberg |
3 |
. |
| PR-15
(7.PD) |
Cottbus |
4 |
. |
| PR-16
(7.PD) |
Großenhain |
4 (-4)* |
1989
aufgelöst, Übergabe (Übergabe an 11. MSD) |
| MSR-7
(7.PD) |
Marienberg |
4 |
. |
| MSR-18
(11.MSD) |
Weißenfels |
4 |
(1.10.1989
offizielle Umbenennung FRAB) |
| Gesamt |
. |
36 |
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Hinsichtlich des
Bestandes zum 3. Oktober 2005 existieren unterschiedliche Angaben.
In einer Aufstellung des Ministeriums für Abrüstung und
Verteidigung werden weder der FRK 9K31 noch 9K35 aufgeführt. Die
nachfolgende Aufstellung wurde auf Basis verschiedener Quellen
zusammengestellt. Offensichtlich war vorgesehen, den FRK als
sensitive Technik an die UdSSR zurückzugeben (vgl.Dokument). Nach verschiedenen
Auskünften ist wie beim ebenfalls aufgeführten FRK 9K33BM2 (OSA-AK) zumindest bis Sommer
1991 keine komplette Rückgabe
erfolgt. Im Buch "Die Landstreitkräfte der NVA" von W.
Kopenhagen wird unter Truppenteilen, die mit Strela 10 ausgerüstet
waren u.a. das MSR-17 aufgeführt. Diese Angabe ist nicht korrekt.
Das MSR-18 sollte noch 1990 mit dem FRK Strela 1 des aufgelösten
PR-11 ausgerüstet werden. 2. Bestand
einer FRABttr
| 2 x Automatisierte Führungstelle
(AFüSt) PU-12M
|
Führungsfahrzeug des
Bttr.-Chefs.
Diente zum Empfang der Zielzuweisung von der FüBttr, (ggf
auch von der FüBttr. des CTLA) und weitergabe der
Zielzuweisung an die einzelnen SLS. |

|
1
x Gefechtsfahrzeug
9A35, 3x 9A34
|
Autonom
einsetzbare Gefechtsfahrzeuge, die über eine optische
Visiereinrichtung sowie 4 Startbalken für den Start der
Fla-Raketen aus Containern verfügte. Die 9A35 verfügte
zusätzlich über pass. FM Peiler |

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| Fla-Rakete
9M37
|
Fla-Rakete
mit passivem Infrarot- Zielsuchlenkkopf |

|
| 4x
Fla-Sfl ZSU 23-4
|
Die vier
ursprünglich die Hauptbewaffnung der Fla-SFL Bttr bildenden
ZSU 23-4 wurden zu einem Fla-SFL-Zug zusammengefasst |

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1 x Kontroll- und Prüfstation 9W839
|
Koffer, auf Basis GAZ-66. Diente zur
Durchführung technischer Wartungen, Prüfungen und Instandsetzungen an
den Startfahrzeugen und Fla-Raketen |
|
3. Gefechtseigenschaften
Die wesentlichen Parameter zur
Charakterisierung der Gefechtseigenschaften eines FR-Systems sind die Ausmaße der Vernichtungszone,
die Vernichtungswahrscheinlichkeit, Manövermöglichkeiten,
Deckungsmöglichkeiten und Zeitbilanz. Das Basisfahrzeug der
Gefechtsfahrzeuge 9A34 und 9A35 wurden vom MT-LB abgeleitet und
verfügen
somit über eine ausgezeichnete
Geländegängigkeit und sind schwimmfähig.
Die 9A35 verfügte gegenüber den 9A34
über einen passiven Funkmesspeiler aus erfolgte
die optische Zielerfassung. Die Rakete 9M37 kann sowohl nach
Infrarot als auch dem Fotokontrast arbeiten. Das Erfassen des Ziels durch den
Zielsuchlenkkopfes der Rakete wurde per Signallampe
angezeigt. Nach dem Start erfolgte die Selbstlenkung der Rakete nach
Angaben des Zielsuchlenkkopfes. Somit konnte jedes Gefechtsfahrzeug auch
autonom handeln, war aber aufgrund des eingeschränkten Sichtwinkels
der Optik nur bedingt in der Lage, Ziele aufzuklären.
Die Zielzuweisung an den
Fla-Raketenschützen
erfolgte per Funk mit Angabe Seitenwinkel und Entfernung vom
PU-12, nach Angaben der "Shilka" oder durch einen
Luftbeobachter.
|
1. Ausmaße der
Vernichtungszone
Gegenkursverfahren (Anflug)
| Ziel
Geschwindigkeit |
max. 420m/s |
|
| Entfernung |
....5.000 m |
|
| Zielhöhe |
25 - 3.500 m |
|
Einholeverfahren (Abflug):
| Ziel-
Geschwindigkeit |
max. 310m/s |
| Entfernung |
....5.000 m |
| Zielhöhe |
25 - 3.500 m |
|
2.
Vernichtungswahrscheinlichkeit (mit einer
Fla-Rakete)
| - manövrierende
Ziele |
0,1 bis 0,6 |
|
| 3.
Feuermöglichkeiten
- Anzahl gleichzeitig zu bekämpfender Ziele
(Zielkanäle): 1 je Gefechtsfahrzeug
|
|
4.
Manövermöglichkeiten
- Reichweite/Marsch: 450 km
- Marschgeschindigkeit 30 km/h
Gelände, 90km/h Strasse, 9 km/h Wasser
- Übergang aus der Marsch in die
Gefechtslage: 18s (jeweils ohne Bezugplane)
- Übergang aus der Gefechts in die
Marschlage: 20s
- Übergang B3-B1: 30s (ohne Vorbereitung)
- Übergang B2-B1: 14s
|
| 5.
Zeitbilanz
- Vorbereitungszeit für die erste
Fla-Rakete: 5s
- Schießzyklus : 20s
|
4.
allgemeine Arbeitsweise des FRK Die
Zielzuweisung (ZZW) erfolgt in der Idealsituation über das Netz der
Zielzuweisung, landet also beim Zugführer der Fla-Raketenzuges auf
dem Runsichtgerät seiner Führungsstelle PU-12 (Basis SPW-60 PB
modifiziert). Bei
dieser Art der ZZW wird der Peiler nicht benötigt, kann trotzdem
eingesetzt werden.
Bei
Ausfall des Netzes der ZZW kommt dem Peiler große Bedeutung zu,
damit kann die ZZW für den gesamten Zug gegeben werden.
Bei
Ausfall des Peilers UND des Netzes der ZZW erfolgt die ZZW über den
Fla-SFL-Zug im Funknetz des Batteriechefs.
Weiterhin
war durch die Batterie eine eigene Luftraumbeobachtung
sicherzustellen. Das machte in der Regel ein Funkorter der Führungsstelle.
Beim
Komplex 9K35M ist es erforderlich, dass der Fla-Raketenschütze das
Ziel prinzipiell visuell erfasst.
Mit
Erhalt der ZZW richtet er die Wiege auf die angegebenen Winkel und
sucht durch sein Sichtfenster den Luftraum ab. Hat er das Ziel
erfasst, visiert er es mit dem Grobvisier an, um es so in den
Sichtbereich des optischen Visiers zu bekommen. Mit dem Fadenkreuz
wird das Ziel angerichtet und die Zielbegleitung aktiviert.
Jetzt
ermittelt das Gerät zur Beurteilung der Startzone, ob sich das Ziel
in der Startzone befindet. Ist das der Fall und der ZSLK erarbeitet
ein stabiles Begleitsignal, leitet der FRS den Startzyklus ein.
Ralf
Weyda, Ralf
Wagner, 2006
Quellen
| Wilfried Kopenhagen" |
Die Landstreitkräfte der
NVA", Motorbuch Verlag, 1.
Auflage 1999 |
| Lutz-Reiner Gau, Jürgen Plate, Jörg Siegert |
Deutsche Militärfahrzeuge
"Bundeswehr und NVA", Motorbuchverlag, 1. Auflage
2001 |
| Karl Heinz Otto |
MTH
"Fla-Raketen", Militärverlag der DDR, 1. Auflage 1985 |
| Autorenkollektiv |
Handbuch für
Fla-Einheiten, 1. Auflage Militärverlag
der DDR 1990 |
| NVA, Kdo LasK; CTLA |
Auskunftsbuch der
Truppenluftabwehr 1985, ex GVS B 597030 |
Paul Kneiphoff,
Michael
Brix
(Herausgeber) |
Die Truppenluftabwehr der
NVA, 2004 Verlag am Park (Edition Ost) |
| Said Amidow |
www.guns.ru/pvo |
| Fotos: |
Petr Smisek, MTH
"Fla-Raketen", z.T. bearbeitet von Ralf Weyda,
Ralf Wagner |
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